Seit dem 12. Jahrh. ward (nach Schultze Modenarrheiten S. 43) das glatte Gesicht die Regel, und alle Bartformen waren Ausnahmen, besonders bei hohem Alter und hoher Würde (der Fürsten) sich findend. Daher mußte ein bärtiges Gesicht um so mehr auffallen und konnte um so eher zu einem Beinamen Veranlassung geben.
Erst während der Reformationszeit begann man allgemeiner den Bart wachsen zu lassen, und während des dreißigjährigen Krieges war derselbe in den mannigfachsten Formen Mode. Als solche zählt Moscherosch auf: Zirkelbärtel, Schneckenbärtel, Jungfrauenbärtel, Dellerbärtel, Spitzbärtel, Entenwädele, Schmalbärtel, Zuckerbärtel, Türkenbärtel, spanisch Bärtel, italienisch Bärtel, Sonntagsbärtel, Osterbärtel, Lillbärtel, Spill-, Drill-, Schmutzbärtel, Stutz-, Trutzbärtel usw.
FN. Bart, Barth. — Zss. Breitbart. Buntebarth. Flachsbart. Judenbart. Rauschbart (vgl. Eberhard der Rauschebart). Rothbart. Schlitzbart. Schmalbart. Schweizerbarth. Spitzbart („Everhardus der Spizebart“ Stark S. 153). Weißbart.
Bart- s. [Beraht] (V., einst. K.).
-bart s. a) I. [Beraht] b) III. [Bart].
Bartel s. a) I. [Beraht] (einst. K.) b) II. [Bartholomäus].
Barth a) I. s. [Bard] b) I. s. [Beraht] c) III. „der mit dem (langen) Barte“ (Golz mit dem Barte 1327) — auch ON.
Barthol s. a) I. [Beraht] b) II. [Bartholomäus].
Bartholomäus II. hebr. „Sohn des Tolmaï“; Apostel. (Kal. 24. Aug.)
FN. Bartholomäus — Bartelmus — Barthelmeß — Bardelmes — Bartlme. Gen. Bartholomä — Bartholmey.