Heim III. got. haims Dorf, Flecken, ahd. mhd. heim „Haus, Heim“ (altsächs. hêm, angelsächs. hâm, dah. engl. -ham). An ehrwürdigem Alter können sich die hiermit gebildeten ON. denen auf -burg an die Seite stellen: Βουίαιμον 1. Jh., Τευριοχαίμαι 2. Jh. Der sich schon in alter Zeit entwickelnden Formenfülle steht eine gleiche in den neueren ON. gegenüber.

Die gewöhnliche, tausendfach wiederkehrende Gestalt (in dem Elsaß und der Schweiz die einzige) ist -heim, demnächst ziemlich häufig -ham (bes. in Oberbayern, in merkwürdiger Übereinstimmung mit den englischen ON. auf -ham, der Art, daß ganz unbedeutende bayrische u. österreichische Dörfer mit berühmten englischen O. im Namen zusammenfallen, wie Durham, Graham) — selten -hem. Mit Schwinden des anlautenden h: -am, -em, -im; -um, -om (nordwestdeutsch und flandrisch z. B. Dahlum, älter Dalehêm). Zuletzt abgeschliffen in -en (Holzen aus Holzheim).

Aus -heim (ham) mit vorausgehendem K-Laut (-incheim) entwickelt sich -kam (z. B. Zeiskam in Rheinbayern, 1109 Ceizencheim).

FN. 1) -heim: v. Pappenheim. v. Veltheim — zuweilen im Auslaut mit b: v. Edlhaimb. v. Gilgenheimb. Meerheimb (Stammort Merheim Rheinpr.). v. Quernheimb (O. Quernheim). Aronheim jüdischer Phantasie-N.
2) -ham: Langham (Wien, neben -heim).
3) -hem: Berghem. v. Beughem.
4) -em: v. Medem (Gött. UB. 1390: Thylo v. Medeheym; derselbe 1394 Thile v. Medehem, 1383 Tile v. Medem genannt). Aussem. Bachem. Holzem. Kochem (Kochem, eigentl. Kochheim a. d. Mosel). Liessem. Olzem (O. Olzheim). v. Einem. Yxem (O. Ixheim in Bayern). Vonvolxem (Trier) = von Volxheim (O. in Hessen).
5) -im: Arnim, v. Arnim (Arnheim, -hem in den Niederlanden; Arnim Dorf in der Altmark).
6) -um: v. Ankum. Borsum. Deckum. v. Holtum. Schlickum (O. Schliekum). Stockum.
7) -en: Meeden.

Ableitung auf -er (oberd.):

1) -heimer: Dahlheimer. Weinheimer.
2) -hamer, -hammer (schon 1342 Ulr. Heilhamer Augsb. = Heilheimer Bacm.): Berghammer (Bergheim häufiger ON., auch in Bayern). Bockhammer. Buschhammer. Esterhammer (= Österheimer Steub S. 85). Forchhammer (O. Forchheim). Froschhammer; Frohschammer. Grahammer. Grieshammer. Haushammer. Hundhamer. Klughammer. Kohlhammer. Langhammer. Lindhammer, -hamer. Mooshamer (O. Moosham). Mühlhammer. Oberhammer. Pertenhammer. Rothhammer. Schellhammer (= Schelchheimer). Schönhammer. Schwinghammer. Thalhammer (O. Thalham 38 mal Rud.). Weilhammer. Werthhammer.
3) -amer, -ammer: Holzamer, Holzammer (O. Holzheim, Holzem). RügamerRigamer (O. Rügheim).
-kamer, -kammer („ich Klaus Langenlohr den man nempt Cleinkamer“ — sonst auch Klinghamer, -haimer Augsb.): Bergkammer. Langkammer. Volckamer, Vollkamer.
-samer: Attensamer (Attensheimer). Reitsamer, Reizamer (Reizheimer). Tuffensamer (Tuffensheimer). Ulsamer (Ulzheimer). — Hexamer.
4) -emer: Bullemer (O. Bullenheim). Leidemer. Lendemer. Rügemer; Rügmer. Stockemer. (S. über alle diese Bildungen auf -hamer usw. Steub S. 148 f.).

-heimer s. [Heim] III.

Hein- s. [Hagan] (V., einst. K.).

Heinevetter III. „Vetter Heinrich“ vgl. niederdeutsch Jacobohm, Trinatante.

Heinitz s. a) I. [Hagan] b) III. ON.