Kirche III. ahd. kiricha, mhd. kirche, altsächs. kirika, kerika, altfries. kerke, karke (wohl aus griech. κυριακόν „Haus des Herrn, Gotteshaus“). In ON. -kirch, -kirchen (elliptischer Dativ); niederd. -kerk.

FN. 1) Altenkirch. Neukirch. Taufkirch (O. -en 8 mal Rud.). v. Tippelskirch.
2) Giesenkirchen. Herrenkirchen. Odenkirchen. Rodenkirchen. Rommerskirchen.
Halbniederd. Nienkirchen (Mecklenburg); hochdeutsch Neunkirchen (häufig ON., wohl aus Neuenkirchen zsgz., zumal bei Dörfern, wo eine solche Menge von Kirchen doch nicht anzunehmen).
3) Bovenkerk.

Ableitung auf -er (oberd.):

   1) -er: Feldkircher (O. -kirch).
2) -ner: Feldkirchner (O. -kirchen). Neukirchner. Seekirchner. Steinkirchner.

Kircher III. mhd. kirchaere „Küster“ 2) gekürzt aus Kirchherr, d. i. „Pfarrer“. Auch Kilcher.

Kirchhoff III. „der am Kirchhofe“, vgl. fries. Urkund.: roleff bi den kerkhoue (Pott. S. 549).

Kirchmann a) I. ahd. Kirihman (aus dem 9. Jh. als PN. nachgewiesen durch Förstemann, vgl. auch den rhein. Namen Kirchartz, der auf einen altd. Nomin. Kirihhart zurückweist) b) III. mhd. kirchman Eingesessener einer Gemeinde, „Gemeindeglied“, im Gegensatz zum Ausmann, ûȥman.

Kirchner III. mhd. kirchenaere „Küster, Mesner“, bes. im sächsischen Vogtlande üblich.

-kirchner s. [Kirche].

Kirieleis II. aus dem kirchlichen Rufe (griech.) kyrie eleïson „Herr, erbarme dich“, vgl. Bechtold Kyrieleyson 1366 (Weistümer 3, 419). Noch weiter verkürzt CyrlisCorleis.