Overbeek III. niederd. „der oberhalb des Baches Wohnende“ (s. [Bach]) — halb hochd. Oberbeck. Over = ober auch in Overberg, Overdieck; Overkamp, Overweg.
-ow III. in urspr. slawischen ON., die eigentlich besitzanzeigende Eigenschaftswörter auf owy, owa, owo sind, den von dem Namensträger gegründeten oder besessenen Ort bezeichnend. So bildet sich von dem N. Grab (Weißbuche) das Eigenschaftswort grabowy, -a, -o, welches nun mit Ergänzung eines Hauptwortes wie was (weibl.) = Dorf, mjesto (sächl.) = Stadt zum ON. gestempelt wird, also Grabowa, Grabowo (= „der Grab’sche Ort“), Viduchowa „der Widoch’sche Ort“ (vom PN. Vidoch) — Formen, die sich in slawischen Gegenden noch häufig finden, während in den schon länger germanisierten Landschaften des nordöstlichen Deutschland der Endvokal abgefallen und die Endung ow (mit stummem w, das auch mitunter in der Schreibung weggefallen, s. [-o]) herrschend geworden ist: Grabow, Fiddichow.
Daher nun die vielen ON. — von Städten, Dörfern, auch Flüssen, z. B. Warnow — auf ow, deren im östlichen Deutschland Legion ist, und die fast ebenso große Fülle der von ihnen entlehnten FN. auf ow (z. B. in Stolp im J. 1864 unter 1800 Namen über 50).
FN. Buckow (spr. Buko). Bütow. Grabow. Massow. Passow. Quednow. Strippentow. Vangerow — nicht minder viele Adels-N.: v. Below. v. Bülow. v. Krockow. v. Lettow. v. Lützow. v. Massow.
Häufig finden sich kleine Abweichungen von den bezüglichen ON.: Duchrow (O. Ducherow). Münchow (O. Mönchow). Strölow (O. Strelow) — mitunter auch bedeutendere wie Leitzow (O. Lewezow, welches im Volksmunde in Leitzow zsgz. wird).
Ableitungen auf -er sind selten, da sich diese Endung nicht bequem anfügt; nur in modern jüdischen N. wie Bojanower (von Bojanowo) scheint sie sich zu finden.
Häufiger sind Latinisierungen auf -ovius, aus der Zeit der Renaissance stammend ([S. 63]): Ciborovius. Gregorovius. Gusovius. Nicolovius — z. T. mit sehr wenig lateinischer Schreibung: Bülowius. Wannowius.
Zuweilen ist das w abgefallen: v. Plotho (O. Alten-Plathow). Calo. Floto.
Nicht selten ist die E. ow bei den ON. oder den daher entlehnten FN. in au übergegangen, wodurch dem Namen ein mehr deutsches Gepräge gegeben wird: Grabau, als wäre es eine rein deutsche Zusammensetzung. So entspricht der FN. Gumtau dem ON. Gumtow, Treptau dem ON. Treptow, Bernigau dem ON. Bernickow, Kahlbau vermutl. dem ON. Calebow; umgekehrt Nipkow = dem ON. Nipkau, Calow dem ON. Kalau. Aus manchen ON. sind auf diese Weise zwei FN. hervorgegangen, z. B. aus ON. Lossow die FN. Lossow und Lossau, aus ON. Gülzow die FN. Gülzow und Gülzau, aus ON. Bülow die FN. v. Bülow und Bülau. Beide Endungen, ow und au, wechseln eben außerordentlich leicht miteinander, und früher verfuhr man noch willkürlicher darin. So wird im Stolper KB. der fürstlich Croy’sche Rentmeister Vanselow auch Vanselau genannt, z. B. im J. 1647, dagegen 1651 wieder Vanselow. In manchen Städtenamen sind diese Endungen noch im Kampfe, z. B. Spandow und Spandau, Prenzlow und -au; letztere sollten hier vorgezogen werden, damit auch der Name dieser seit Jahrhunderten deutschen Städte den deutschen Lautgesetzen entspreche.