Der Diener antwortete: »Gnädiger Herr, der Jude ist mit uns zu Schiffe gestiegen; er hatte eine gewisse Menge Pasterma bei sich. Davon habe ich jeden Tag etwas gegessen, so daß bei unserer Ankunft in Jaffa nichts mehr da war. Ich habe ihm die Sache erklärt und habe ihm zur Entschädigung Geld geboten; aber anstatt meinen Vorschlag anzunehmen, rauft er sich Haare und Bart aus und hängt mir einen Rechtshandel an.«
Nun sagte der Richter: »Sprich, Jude, was beanspruchst du?«
»Gnädiger Herr,« sagte der Jude, »der Mann hat mir in dem, was auf dem Schiffe war, einen unersetzlichen Schaden zugefügt.«
»Weiter,« sagte der Kadi, »damit wir sehn, worum es sich handelt.«
»Herr,« sagte der Jude, »mein Vater, der ein reicher Kaufmann war, war erkrankt; als es nun ans Sterben ging, hat er mir nachdrücklichst ans Herz gelegt, ihn in Jerusalem zu begraben. Dazu habe ich kein leichteres Mittel gefunden, als sein Fleisch von den Knochen zu lösen, Pasterma daraus zu machen und es in Körben zu verpacken. Als ich aber das väterliche Pasterma zurückgefordert habe, hat sich herausgestellt, daß alles aufgegessen ist, alles sage ich, bis auf den letzten Bissen.«
Der Kadi sah, daß in diesem Falle nichts zu machen war; er schickte den Juden weg und sprach seinen Diener ledig.
Das also erzählt man von dem Rechtshandel, in dem ein Mann aufgetreten ist, der einen Juden ganz und gar aufgegessen hat.
194.
ES war einmal in Konstantinopel beim Iki-Kapu im Viertel Kara-Agadsch ein Gassenjunge, Akinedschi-Sadeh mit Namen, der es gar trefflich verstand, auf eine bissige Rede schlagfertig zu antworten.
Eines Tages verschloß einer seinen Laden und brachte innen das Schlagtürchen an. Akinedschi ging hin und klopfte an das Türchen. Der andere sagte: »Was willst du?«