Aber nun sagte der Mann: »Gewinne ihn dadurch, daß du zuerst mich freiläßt, der ich ja dein Sklave bin.«
196.
EInes Tages pflückte Mewlana Dschami95 in seinem Garten Pfirsiche, als der Sultan Husejn Bähadur zu ihm kam, begleitet von einem Kämmerling und seinem jungen Liebling Tschokdar. In diesem Augenblicke hatte Mewlana Dschami vier Pfirsiche in der Hand; davon bot er sofort einen dem Padischah an, einen dem Kämmerling und zwei Tschokdar.
Nun sagte der Sultan: »Warum hast du uns zweien jedem nur einen Pfirsich gegeben, dem Knaben aber zwei?«
»Ich habe ihm nur einen gegeben,« antwortete Mewlana Dschami; »der andere ist nur geborgt96.«
197.
EIn Narr gab sich für einen Propheten aus; er wurde festgenommen und vor den Sultan geführt. Der Sultan verhörte ihn in Gegenwart des Kadis und sagte dann zu diesem: »Der Mensch da ist von einer abgeschmackten Anmaßung; was soll mit ihm nach dem Worte Gottes geschehn?«
Der Kadi antwortete: »Wenn er hartnäckig bei seiner Behauptung bleibt und sich sie zu widerrufen weigert, soll er zum Tode verurteilt werden.«
Nun sagte der Sultan zu dem Angeklagten: »Da du sagst, du seist ein Prophet, so laß uns ein Wunder sehn.«
Der angebliche Prophet antwortete: »Man bringe mir einen scharfen Säbel.«