305.

ALs der Hodscha eines Tages trübselig seine Straße zog, begegnete er einer Frau und die fragte ihn: »Woher kommst du, Hodscha?«

»Aus der Hölle,« antwortete er.

Und sie fragte weiter: »Hast du vielleicht dort meinen Sohn gesehn?«

»Ja; er ist als Schuldner gestorben und darum ist ihm der Eintritt ins Paradies versagt worden.«

»Und auf wieviel beläuft sich seine Schuld?«

»Auf tausend Asper.« Und Nasreddin fügte hinzu: »Seine Frau ist im Paradiese; er aber kann nur hinein mit den tausend Asper.«

Die Frau fragte noch: »Und wann gehst du zurück?« und Nasreddin antwortete: »Augenblicklich.«

Da gab sie ihm die tausend Asper und bat ihn: »Eile nur, damit du die Sache unverzüglich zu einem Ende bringst.«

Als sie heimkam, sagte sie zu ihrem Manne, der zu Hause war: »Ich habe Nachrichten von unserm Sohne bekommen; da er nicht anders ins Paradies gelangen kann als mit tausend Asper, habe ich sie hergegeben.«