EInes Tages fragte man den Hodscha, um ihn zu hänseln: »Wohin ist denn dein Grind gekommen?«
Und der Hodscha antwortete: »Von euch habe ich ihn bekommen, und euch habe ich ihn zurückgegeben.«
307.
ALs der Hodscha eines Tages von der Mühle heimkam, bemerkte er, daß kein Brennreisig da war; drum nahm er die Axt und ging in den Busch, um welches zu holen. Es war schon finstere Nacht, als ihm auf einmal die Axt ent fiel; er suchte sie umsonst. Endlich schrie er: »Herr, wenn du mich die Axt wiederfinden läßt, so verspreche ich dir ein Achtel Gerste.«
Kaum hatte er ausgesprochen, als er auch schon die Axt fand; nun schrie er: »Dank, Herr! Da es dir aber so leicht fällt, Bitten zu erhören, so laß mich auch ein Achtel Gerste finden; dann werde ich mich meiner Verpflichtung gegen dich entledigen!«
308.
ALs der Hodscha einmal in eine Moschee trat, sah er hinter der Tür einen Hund sitzen; er gab ihm einen Stockhieb und das erschrockene Tier flüchtete sich auf die Kanzel. Da sagte der Hodscha zu ihm: »Bitte tausendmal um Verzeihung; ich kenne noch nicht alle Prediger, die zu dieser Moschee gehören.«
309.
DEr Hodscha Nasreddin hatte eine Kuh, die keinen Tropf Milch gab; da wollte er sie durch den öffentlichen Ausrufer verkaufen lassen, und der führte sie herum und pries sie schreiend an: »Wer will eine gute Milchkuh, eine Kuh, deren Milch ist wie Sahne?«
»Wahrhaftig,« schrie der Hodscha, als er sie also loben hörte, »da hätte ich mich schön über ihren Wert getäuscht!«