EInes Tages sagte die Frau des Hodschas zu ihm: »Trag das Kind ein bißchen herum; ich habe zu tun.«
Der Hodscha nahm das Kind auf den Arm, aber es dauerte nicht lange, so bepißte es ihn. Augenblicklich tat ihm der Hodscha dasselbe, so daß es durch und durch naß wurde. Als dann die Frau zurückkam, fragte sie ihn: »Warum hast du das getan?«
Und der Hodscha antwortete: »Hätte mich ein Fremder bepißt, so hätte ich ihm noch etwas ganz andres getan.«
79.
EInes Abends hatte die Frau des Hodschas seinen Kaftan gewaschen und ihn im Garten aufgehängt. In der Nacht glaubte nun der Hodscha, einen Mann zu sehn, der die Arme ausgebreitet habe; da sagte er zu seiner Frau: »Bring mir meinen Bogen und meine Pfeile.«
Die Frau brachte ihm das verlangte. Er nahm einen Pfeil und schoß ihn durch den Kaftan; dann schloß er die Tür und ging schlafen.
Am Morgen sah er, daß er seinen eigenen Kaftan durchbohrt hatte; »Gott sei Dank,« rief er aus, »daß ich nicht drinnen gesteckt habe; da wäre ich nun schon lange tot.«
80.
DEr Hodscha begab sich einmal, von seinen Molla begleitet, in seine Schule; da kam ihm der Einfall, sich auf seinen Esel verkehrt zu setzen und ihnen also voranzureiten. Und sie sagten: »Warum reitest du verkehrt, Hodscha?«
Er antwortete: »Wäre ich wie gewöhnlich aufgesessen, hätte ich euch den Rücken gezeigt; hätte ich euch vorangehn lassen, hätte ich euere Rücken gesehn: das beste ist wohl so, wie ich es gemacht habe.«