»Ich bins,« antwortete der Hodscha, »ich bins, inscha Allah; mach auf.«

161.

SEine Frau sagte einmal zum Hodscha: »Schenk mir ein Kopftuch aus roter Seide.« Der Hodscha streckte beide Arme aus und sagte: »Ist es so lang genug? reicht diese Länge?«

Er ging also auf den Markt und hielt auf dem Wege immerfort die Arme ausgebreitet; und als ihm einer entgegenkam, schrie er ihn an: »Gib acht, wo du gehst! Du wirst schuld daran sein, wenn ich mein Maß verliere.«

162.

DEr Hodscha war einmal in Gesellschaft eines andern auf der Reise. Von ungefähr kam ihnen ein Reiter entgegen; der wandte sich an den Begleiter des Hodschas und sagte zu ihm: »Du mußt mit mir gehn und mir den Weg zeigen.«

Der antwortete: »Ich bin der Knecht und Sklave desunddes Herrn.« Und so half er sich durch.

Der Reiter sprach nun den Hodscha an und sagte zu ihm: »Dann mußt du mit mir gehn und mein Führer sein.«

Aber der Hodscha erwiderte: »Ich bin ein Diener und Sklave des Allerhöchsten.« Kaum hatte er jedoch diese Worte herausgebracht, als der Fremde mit seiner Peitsche zum Schlage ausholte. Der arme Hodscha versuchte nicht weiter, Widerstand zu leisten, sondern begann neben dem Pferde herzuschreiten und den Reiter zu führen.

Wie er so dahinschritt, sprach er bei sich selber: »Wie ist denn das möglich, daß es der Schöpfer zuläßt, daß sich mein Gesell aus der Verlegenheit zieht, indem er angibt, er sei der Knecht eines winzigen Sterblichen, während es mir nichts nützt, daß ich sage, ich sei der Sklave des Allerhöchsten?«