Dieser Bau ist in seiner Art nicht minder charakteristisch, als kirchliche Anlage wohl einzig.
Er besteht aus einem rechteckigen mit Tonne überwölbten Schiffe, an das östlich eine quadratische Altarapsis, rechts und links mitten je ein gewölbter Nebenraum, westlich eine Vorhalle anstößt, so daß die Form eines Kreuzes im Grundrisse herauskommt ([Abb. 133]). Der Westteil des Schiffes ist durch eine auf einem tiefen Bogen ruhende Sängerempore eingenommen; der östliche bildet eine durch zwei schmale Treppen an den Enden zugängliche Estrade, deren Vorderwand eine Säulenstellung mit drei Bögen und einer teilweise durchbrochenen oben in Bogenlinien aufhörenden freistehenden Wand trägt; zwischen den mittleren Säulen ist eine Marmorbrüstung. Hinter diesem Sanctuarium liegt niedrig der kleine Altarraum.
Der Eindruck dieses Inneren ist höchst überraschend und wirkungsvoll ([Abb. 134]). Das Tonnengewölbe hat ganz in derselben Art in hängenden Scheiben auslaufende Quergurte, wie in Sta. Maria de Naranco. Hier aber sind Reiter oben und Tiere in den Scheiben, darüber das Band glatt, kurz, alles einfacher; auch die Wandarkaden auf einfachen Halbsäulen mit Trapezkapitell. Zu beiden Seiten des Choreingangs doppelte Halbsäulen gewunden mit Kapitellen ([Abb. 48]), genau wie in Naranco; im Choreingang gewundene Doppelsäulen ganz ohne Kapitelle, niedrige Wandbögen zu beiden Seiten.
Besonders eigenartig wirkt die merkwürdige Trennungswand vor dem Heiligen. Die vier Marmorsäulen haben Cipollinschäfte und weiße Kapitelle antiken ungefähr nachgebildet, doch das Blattwerk wieder mit jenen eigentümlichen Rippungen, die wir wie in Naranco, so früher in Italien fanden ([Abb. 47]). Die in die Oberwand wie Fenster eingesetzten durchbrochenen Platten haben alte einfache Muster, teilweise mit Hufeisenbögen. Besonders schön und reich ist aber die Marmorbrüstung oder Schranke, die wir zwischen den mittleren Säulen wohlerhalten[50] sehen, die sich aber nach den vorhandenen Spuren bis in die Mitte der seitlichen Bögen fortsetzte und dort mit einem freistehenden Pfosten schloß.
Abb. 133. Sta. Cristina de Lena.
Abb. 134. Sta. Cristina de Lena. Inneres.
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GRÖSSERES BILD
XXXV