England
Wie in der Natur der Sache gelegen, sind die Grabfunde weiter im Norden in den germanischen Stammlanden noch viel ergiebiger gewesen. Sowohl Deutschland wie Skandinavien, nicht minder England besitzen zahlreiche Gräberfelder aus der für uns in Frage kommenden Zeit. Das letztere Land bietet uns aus solchen Funden schöne angelsächsische Arbeiten von besonders geschmackvoller Form und reichster Bildung mit ungewöhnlich verwickelten Linienverschlingungen in Tier- und Bandverzierungen ([Abb. 18], Tafel VI). Ein ganz eigenartiges jüngeres Schmuckstück ist uns dort in König Aelfreds Juwel (Knopf eines Zepters?)[6] erhalten, aus Gold mit Filigran gefertigt, von etwa herzförmiger Gestalt, unten in einen Delphinkopf auslaufend, auf der Vorderseite das Bild des Königs in Schmelz eingelegt, zwei Blumen in den Händen tragend ([Abb. 181]). Ringsum am Rand die Schrift: Aelfred mec heht gewyrcan· (A. ließ mich machen.)
Deutschland
Von den reichen deutschen Gräberfeldern jener Jahrhunderte sind die im Westen meist fränkisch, da längs des Rheines die Uferfranken wohnten, deren Kultur sich noch weiter nach Osten erstreckte, besonders mainaufwärts. Von Worms bis Bonn ist eine ungeheuer große Zahl solcher Friedhöfe gebreitet, deren Schätze besonders die mittelrheinischen Museen füllen, so die in Worms, Mainz, Wiesbaden, Bonn.
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Abb. 16. Cividale. Aus Herzog Gisulfs Grab.
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GRÖSSERES BILD
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