„Nichts. Als ich vor drei Jahren nach Altenrepen mußte, blieb alles liegen.“
„Du warst ganz allein?“
„Ja. Ich lief in den Wäldern herum und fluchte.“
„Und dann kamst du in die Fabrik?“
„Nein,“ sagte er, sich abwendend, „da kam ich erst nach Flor.“
Renate zitterte bis in die Füße. Nun gedachte sie erst wieder, daß es dieser Mensch war, dieser, der sein Wesen immer in einen furchtbaren Knoten geschlungen trug, und der sich einmal an ihr Leben gelegt hatte wie an eine Giftwunde und gesogen; im höchsten Augenblick aus allen Enden der Glieder zurückgesogen hatte das Gift wie ein Allmächtiger. Aber der Knoten blieb ungelöst und mußte zerhauen werden.
Es dauerte lange Sekunden, bis sie fragen konnte: „Wie war das — in Flor?“
Da er abgewandt blieb, hörte sie seine Stimme undeutlich. Er könne es nicht sagen. Er hätte keine Worte dafür. Es sei dumpf gewesen.
„Als ich wieder aufgewacht war,“ sagte Renate mit mehr Sicherheit, „da konntest du nicht kommen und sagen: Du gehörst mir!?“
Ja, wie denn? Ob sie ihm denn gehört hätte? Wenn ein Mensch ins Wasser fiele und ein Andrer hole ihn heraus ...