„Einer wuchs auf, wie Alle, und fühlte sich richtig in seiner Welt. Einer erfuhr, daß er falsch war. Einer verzweifelte an sich, wollte nicht zweifeln und tat alles verkehrt. Einer erfuhr danach, daß er recht war. Da sah er, daß tausend Falsches zusammen gemacht hatten ein einziges Echtes. Ihm geschah wie Allen. Meinst du aber, ich rede von Bogner?“ Georg lächelte. „Nein, ich rede — wie Alle — von mir.“
Er schwieg. — Sich umsehend nun, gewahrte er, an welch verlorener Stelle er hier in der Ebene stand, nicht weiter erhöht, als um einen Überblick zu haben. Unsichtbar, unhörbar im Nord lagerte die See; im Osten rauchte die Nacht. — Er sah heimlich von der Seite Cornelias Profil und erkannte mit Rührung in seiner zarten Linie die Linie der Sternblume wieder; ja im Blick dieses dunklen Auges den süßen Blick der Natur: nach überallhin wie das Licht. —
„Sieh,“ sagte sie, die Hand erhebend, „ein schöner Stern!“
Er sah ihn, nicht hoch am Himmel im Nord, der noch hell war dahinter. Sah dann einen zweiten, höher, entfernt zur Rechten; und einen dritten, wieder tiefer, weit rechts; alle Drei zusammen einsam, funkelnd im lichten Blau. Ihm fiel etwas ein dabei, und er sagte, auf die Sterne weisend:
„Weißt du, woran die Drei dort mich erinnern? An Bogner und Jason und Renate, wie sie vorhin zusammen standen. Hast du’s gesehn?“
Sie nickte. Eine Weile noch blieben sie schweigsam stehn. Dann, als Georg schon zum Gehen bereit war, hörte er sie halblaut sagen:
„Ja — die Drei. — Und sieh, was ich eben dachte: Bogners Kraft, und die Schönheit Renates, — und Jasons Vernunft —, diese Drei sind ...“
„Sind?“ fragte Georg ruhig.
Sie beschloß:
Unwandelbar.