Einige Briefe Luthers von der Koburg an seine Hausfrau sind erhalten; so kam um Pfingsten einer[286]:

„Gnad und Friede in Christo.

Liebe Käthe! Ich hab, acht ich, Deine Briefe alle empfangen. So ist dies der vierte Brief, den ich Dir schreibe heut daß Er Johann von hinnen gegangen ist. Lenchen Konterfeit hab ich mit der Schachtel auch. Ich kannte das H… zuerst nicht, so schwarz deucht mir's (zu) sein. Ich halte, wo Du es wilt absetzen von Wöhnen (d.h. entwöhnen), das gut sei weilinger Weise, also daß Du ihr zuerst eines Tages einmal abbrechest, darnach des Tages zweimal, bis es also säuberlich abläßt. Also hat mir Georgen von Grumbachs Mutter, Frau Argula, geraten. Die ist hier bei uns gewest und hat mit mir gessen. Hans Reinicke von Mansfeld auch und George Römer, daß wir müssen an einen andern Ort; es will zu gemeiner Wallfahrt hieher werden.

Sage Meister Christannus[287], daß ich meins Tage schändlichere Brillen nicht gesehen habe, denn die mit seinem Briefe (ist) kommen. Ich konnt nicht ein Stich dadurch sehen. So ist mir auch der Brief an Kunzen Vater nicht geworden. Auch bin ich nicht zu Koburg, (d.h. ich will nicht da zu finden sein); kann ich aber sonst dazu thun, will ich's nicht lassen. Du sollst aber gleichwohl Deine Briefe dem Kastner, (Schloßverwalter) [646], lassen zustellen; der wird sie mir wohl schaffen.

Man beginnt zu Nürnberg und Augsburg zu zweifeln, ob etwas aus dem
Reichstag werde. Der Kaiser verzeucht noch immer in Inspruck. Die
Pfaffen haben etwas vor und gehet mit Kräutern zu. Gott gebe, daß sie
der Teufel besch…. Amen.

Laß den Herrn Doctor Pommer den Brief an D. Wencels lesen.

Eilend. Der Bote wollt nicht harren. Grüße, küsse, herze und sei freundlich allen, jeden nach seinem Stande.

Am Pfingsttag frühe, 1530.

Martin Luther.

Meiner herzlieben Hausfrauen Katharin Lutherin zu Wittenberg zu handen.“