Beginn des Schmalkaldischen Kriegs, zweierlei Gebete
Anmarsch auf Wittenberg, Flucht
Belagerung Wittenbergs. In Magdeburg
Brief von und an Christian III.
Schreckensgerüchte
Neue Flucht; in Braunschweig
Heimkehr
18. Der Witwenstand.
Wie's daheim aussah
Kriegsschäden und Proceß
Kosttisch; Anlehen
Das Interim. Hans Luther nach Königsberg
Leiden und „gnädige Hilfe“
Hans in Königsberg
Kriegslasten
„Dringende Not“
19. Katharinas Tod
Flucht vor der „Pestilenz“
Der Unfall
Anna von Warbeck
Das Leichenprogramm und die Bestattung
Nachkommen und Reliquien
Denkmäler
Katharinas Gedächtnis
Belege und Bemerkungen.
Register.
1. Kapitel
Katharinas Herkunft und Familie[1].
Zur Zeit der Reformation umfaßte das Land Sachsen etwa das heutige Königreich, den größten Teil der Provinz Sachsen und die thüringisch-sächsischen Staaten. Diese sächsischen Lande aber waren seit dem Erbvertrag von 1485 zwischen den Ernestinern und Albertinern geteilt in ein Kurfürstentum und ein Herzogtum. Wunderlich genug war diese Teilung, aber ganz nach damaligen Verhältnissen: zum Albertinischen Herzogtum, auch „Meißen“ genannt, gehörte der größte Teil vom heutigen Königreich mit den Städten Meißen, Dresden, Chemnitz; ferner ein schmaler Streifen von Leipzig bis nach Langensalza. Dazwischen dehnte sich das Kurfürstentum mit den Hauptstädten Wittenberg, Torgau, Weimar, Gotha, Eisenach westwärts, und Zwickau und Koburg nach Süden. Die Kursachsen sahen mit einigem Stolz auf ihre Nachbarn herab, welche bloß herzoglich waren, gebrauchten auch wohl den alten Spottreim: „Die Meißner sind Gleisner“. Wenn's auch nicht wahr war, es reimte sich doch gut[2].