Und Finsternis senkte sich auf die Erde herab.

Das Licht erlosch. Die Sonne erstarrte, in Finsternis gehüllt. Die Sterne blitzten auf, zitternd, wie Smaragde, und erloschen. Der Mond verbarg sich in einer Wolke, auch er ward bleich. Und die Erde erbebte. Flüsse und Seen traten aus ihren Ufern. Das Gras auf den Feldern ging in hohen Wellen. Aus dem rauschenden Schilf flogen erschreckte Wildgänse und Schwäne empor. Die Wälder brausten. Die Bäume bogen sich zur Erde. Blätter fielen von den Zweigen. Das trockne Unterholz brach.

Wie ein verglimmendes Holzscheit im Feld lag die heilige Mutter Gottes unter dem Kreuz.

Und das Grauen ging über die Erde.

Die Toten vom Friedhof gingen nach der Stadt. Die Toten mengten sich an den Kreuzwegen unter die Lebenden.

Kalt wehte die Luft.

Es fror.

Und in der Finsternis flog etwas umher, brummte und zischte. Und immer heftiger wehte der Wind. Es dröhnte und hämmerte, als ob irgendwo Eisen geschmiedet würde. Es weinte und seufzte, als ob ein Mensch getötet würde. Feurige Pfeile flogen den Himmel entlang und verschwanden wieder. Und es war, als peitschte eine unsichtbare gewaltige Geißel die zitternde Luft.

Und von einem Ende zum andern erbebte der Tempel. Der Vorhang vor dem Allerheiligsten riß mitten entzwei. Die Steine bröckelten ab. Und alle Kreatur stöhnte auf.

Tiere, Vögel, Felder, Wälder, Sümpfe, Gräser, Blumen, Sträucher, Bäume, Wasser und Steine, — alle Kreatur stöhnte, und die heilige Mutter Gottes weinte: