„Der Wolf hat sie erschreckt,“ sagte die Alte. „Das läßt sich wieder gutmachen.“

Die Boitschicha kam in aller Frühe ins Schloß, als der Ofen eben angeheizt war. Die Hexe murmelte allerlei vor sich hin, trug Sascha durch das Zimmer, strich mit ihren erdigen, harten Fingern über die rosige Brust und den Rücken, dann nahm sie ein Büschel Bandgras und ließ den Schrecken sich ans Gras hängen. Das Gras aber warf sie sofort ins Feuer. Das Gras verbrannte — und alles war wieder gut. Wenn Sascha auch nur ein einziges Mal in der Nacht geschrien hätte. Wahrscheinlich war dem Wolf sein Schwanz wieder angewachsen, so daß Sascha sich jetzt nicht mehr zu fürchten brauchte.

Ein andermal brachte der Sandmann einen Mönch zu Sascha. So einen hatte Sascha schon auf Bildern gesehen. Ein ganz einfacher Mönch in einer schwarzen Mütze mit gekreuzten Armen. Der Sandmann stellte den Mönch vor Saschas Bett am Fußende hin und verschwand selbst.

Sascha machte die Augen auf und rief Tante Lena. Tante Lena stand auf, zündete das Lämpchen an, sah aber keinen

Mönch. Doch der stand immer noch da, wie der Sandmann ihn hingestellt hatte, mit gekreuzten Armen und starrte Sascha an.

Seitdem brennt im Turmzimmer nachts immer das Lämpchen.

Der Mönch aber mag das Licht wohl nicht, denn er ist nicht mehr wiedergekommen. Dafür brachte der Sandmann die Maka zu Sascha.

Maka gefiel der Sascha sehr gut, und auch Sascha gefiel der Maka. Und Maka gewann Sascha so lieb, daß sie zu jeder Zeit auch ohne den Sandmann bei ihr zu erscheinen begann. Sie tritt ganz dicht an Sascha heran und spricht mit ihr. Makas Stimme kann niemand hören außer Sascha, und was Sascha zu Maka sagt, das hören zwar alle, aber keiner versteht es, denn es sind ganz besondere Worte, keine russischen.

Wenn Sascha an irgendetwas besonderen Gefallen findet, sagt sie: „das ist makig.“ Mama ist makig, Tante Lena ist makig, die Ziege Maschka ist makig, und Onkel Andrej ist es, wenn er singt oder aus der Stadt Schokolade mitbringt.

Die Freundschaft zwischen Sascha und Maka ist einfach rührend. Die beiden sehen sich sehr oft.