Alle Frauen waren seine Bräute.
Zu Ostern weinte der Türke sogar. Er weinte, weil man ihn nicht auch in die Kirche gehen ließ, wie alle seine Mitgefangenen, und auch weil er abends, als er aus dem Fenster seine am Ufer spazierenden Bräute sah, ein so großes Mitleid mit ihnen empfand.
Es kam der Mai und die hellen Nächte.
Aus dem Fenster sah der Türke den Mai, die hellen Nächte.
Einmal, als die Kontrolle eben vorüber war, und der Türke auf den Stuhl geklettert war, um nach den Bräuten Ausschau
zu halten, bemerkte er einen schwarzen Bart, der aus dem Gitterfenster nebenan heraushing. Der Nachbar hatte den Türken auch bemerkt und suchte ihm durch Zeichen zu verstehen zu geben, daß er nicht reden solle.
Aber wann hätte der Türke je guten Rat angenommen?
Er war so erfreut über den schwarzen Bart.
„Sitzen Sie schon lange hier?“
„Zwei Jahre.“