Die Uhr am Spaski-Turm begann wieder zu singen und sang sehr lange: dreizehn.

»Nehmen Sie Platz, meine Damen und Herren«, sagte der Narr, nachdem er sich nach allen vier Himmelsrichtungen verneigte: vor dem Kreml, vor der Moskwa-Vorstadt, vor dem Historischen Museum und vor dem Großen Kaufhause.

Da ich schon saß, aber gegen die Aufforderung nicht verstoßen wollte, rückte ich ein wenig auf

meinem Platz hin und her, als ob ich mich gerade setzte. Alle andern, die unten standen, folgten der Aufforderung bedingungslos und ließen sich, wenn es auch nicht ganz bequem war, augenblicklich auf den Boden nieder.

»Meine Damen und Herren«, begann der Narr nach der Weise des Kirchenliedes, das am Feste der Erscheinung der Heiligen Jungfrau gesungen wird: »Wir alle haben in der Schule die Gebote gelernt, und jedermann weiß, daß es ihrer zehn gibt. Nicht wahr, zehn?«

Die Menge antwortete wie aus einem Munde, wie man bei der Ostermesse in den Kirchen ›Christ ist erstanden‹ ruft.

»Nun sehen Sie es, meine Damen und Herren«, fuhr der Narr in der gleichen Weise fort. »In Wirklichkeit sind ihrer aber nicht zehn, sondern vierzehn. Unsere Väter haben sie vor uns verheimlicht; aber wir haben sie ebenso wie die weisen Väter seit jeher befolgt.«

»Wir haben sie befolgt«, blökte die Menge.

»Nun sehen Sie es selbst!« sang der Narr. »Nach den Berechnungen des Kugelheim von Gustav ist nun die Zeit gekommen, sie vollständig zu verkünden und nicht mehr heimlich, sondern öffentlich zu befolgen. Vernehmt also und schreibt euch in eure Herzen diese neuen Gebote:

Das elfte: Du sollst nicht Maulaffen feilhalten.