abwandte und ins Zimmer blickte. Von den vielen Gestalten löste sich nun eine schlanke Frau mit einem Kind auf den Armen ab. Ich dachte mir:
›Wenn ich über sie das Zeichen des Kreuzes mache, wird sie verschwinden.‹
Ich bekreuzigte sie auch tatsächlich zweimal; die Frau sah mich aber verständnislos an und bekreuzte sich selbst, als wollte sie mir zeigen, daß ich mich geirrt habe. Der Student war auf einmal verschwunden. Ich ging zur Tür, blieb aber stehen. Ich konnte nicht fort. Wer weiß, ob ich nicht auch in den anderen Zimmern auf dasselbe stoße? Und plötzlich bemerkte ich eine andere Frau. Sie lag in der Ecke auf einem Sofa. Sie war klein, ziemlich dick und hatte rote Backen, eine flache Nase und einen häßlich vorstehenden Unterkiefer.
»Nein, so muß man es machen!« sagte sie mir, indem sie sich aufrichtete und ihre rote Bettdecke durch die Luft schwenkte.
Im gleichen Augenblick begann sich das Gesicht der schlanken Frau mit dem Kinde zu verändern und die häßlichsten Mienen anzunehmen: die Nase wurde so lang, daß sie bis unter die Lippen reichte, die Augen aber sprangen aus ihren Höhlen heraus und blieben wie zwei Säcke hängen.
Die Rotbackige auf dem Sofa schwenkte wieder die Bettdecke, und das Kind in den Armen der Frau begann zu schmelzen, sein Rumpf
wurde immer kleiner und kleiner, Arme und Beine verschwanden, und schließlich blieb nur noch der Kopf übrig.
Würfelzucker
Ich rollte einen steilen Abhang hinab und geriet in einen Garten. Es war der Vergnügungspark ›Der Meierhof‹. Da ist ja auch schon die Billettkasse. Ich trete vor den Schalter, um mir eine Eintrittskarte zu lösen. Ich schaue hinein und sehe den mir bekannten Kassierer Beljakow. Ich muß bemerken, daß ich mit diesem Beljakow einmal eine recht unangenehme Geschichte erlebt hatte; die Geschichte war sehr verwickelt, jedenfalls war ich ihm ein Dorn im Auge.
Beljakow trank Tee und biß bei jedem Schluck kleine Bröckchen Zucker ab. Ein anderer Kassierer lauste ihm inzwischen den Kopf.