Seit einigen Tagen weiche ich nicht von der kranken alten Frau: sie hat dicke Beine und eine Vogelnase. Sie liegt im Bett und stöhnt, und ich sitze neben ihr auf einem Stuhl und erfülle alle ihre Wünsche und Launen. Ich habe Angst, sie zu
verlassen, denn sie ist sehr unruhig. Nun scheint mir, daß sie eingeschlafen ist. Gott sei Dank, sie ist wirklich eingeschlafen! Ich schleiche mich leise aus dem Zimmer. Wie ich nach einer Weile hineinschaue, sehe ich, daß aus dem Ofen nur noch ihre Beine herausragen. Mein Gott, was ist denn das?! Ich stürze mich zu ihr hin, um sie aus dem Ofen zu ziehen, packe sie an den Beinen, die Beine sind aber schon tot.
Die Mutter
Ein heiterer Tag des Altweibersommers. Ich bin auf die Terrasse getreten und schaue in den entlaubten Garten hinaus. Und ich sehe, wie auf dem mit gelbem Laub bedeckten Wege, der zur Terrasse führt, eine alte Frau geht. Sie ist uralt und abgerissen, ihr Gesicht ist feucht, voller Runzeln und scheint ganz schwarz zu sein. Ich empfinde eine unheimliche Angst vor der Alten; ich fühle, daß sie etwas Häßliches im Sinn hat. Ich laufe von der Terrasse ins Haus, rase die Treppe hinauf und höre, daß auch sie die Treppe hinaufläuft. Ich stürze in eines der Zimmer, sie mir nach; ich will in ein anderes Zimmer, aber sie ist auch schon da. Ich verkrieche mich in die Ecke des Bettes und schrumpfe ganz zusammen.
›Mein Gott!‹ denke ich mir, ›laß das Unheil an mir vorüberziehen!‹
»Warum fürchtest du mich?« höre ich die Stimme der Alten: »Ich bin doch deine Mutter!«
»Meine Mutter sieht ganz anders aus«, sage ich ihr, denke mir aber dabei: ›Wie hat sich meine Mutter so furchtbar verändern können?‹
Die Alte aber beugte sich über mich und packte mich an der Kehle. Ich schrie auf.