Großmutter gibt Petka sein Essen und denkt auch an die Truthenne. Die Truthenne wohnt auf dem Hof in einem kleinen Schuppen, der Schuppen steht neben dem Kuhstall; die Truthenne stirbt langsam dahin und ist schon so alt wie die Großmutter. Großmutters ›Herr Jesus‹ kann sie zwar nicht nachsprechen, versteht aber anscheinend sonst alles: in ihrem langen Leben hat sie alles gelernt, alles erfaßt.
Als Petka klein war, hatte er vor der Truthenne Angst; aber mit den Jahren gewöhnte er sich an sie und liebte es, sie anzuschauen: er pflegte sich im Schuppen vor ihr hinzukauern und sie zu betrachten; ihn interessierte ihr Kopf, der ganz rosa und mit vielen kleinen rosa Warzen besät war. Die Truthenne stand vor ihm, blies sich auf und kauerte sich hin. Und so kauerten sie beide: Petka und die Truthenne.
Die Hühner des Diakons haben Hähnchen, die Katze Puschok hat Kätzchen, aber die Truthenne
hat nichts — wie kommt das? fragte sich Petka mehr als einmal.
Auch die Großmutter sagte manchmal nachdenklich vor sich hin:
»Wenn Gott der Truthenne ein Ei schenken wollte, so gäbe es Hähnchen!«
›Alles kommt vom Ei, wenn Gott der Truthenne ein Ei schenkt, so gibt es Hähnchen!‹ sagte sich auch Petka.
»Großmutter, und wenn Gott der Truthenne wirklich ein Ei schenkt?«
»Gott geb’s!«
»Was geschieht dann weiter?« prüfte der kluge Petka die Großmutter.