Köhler, I, S. 500; Hartmann, S. 57.

In einer Erzählung des im siebenten Jahrhundert n. Chr. verfaßten Midrasch Echa rabbathi, verteilt ein Mann aus Jerusalem als Gast fünf Hühner auf folgende Weise: der Hausherr und sein Weib erhalten ein Huhn, die zwei Söhne eines, die zwei Töchter eines und er selber zwei, so daß überall die Zahl drei resultiert. A. Wünsche, der diese Erzählung in der Z. f. vgl. Littg., N. F., IV, S. 40 ff. mitteilt (andere Parallelen bei Armeno-Wetzel, Die Reise der Söhne Giaffers, hg. v. Fischer u. Bolte, Tübingen, 1895, S. 207), bringt ebendort, S. 43 ff. eine völlig entsprechende Variante aus Johannes Juniors Scala coeli, Ulm, 1480, Bl. 37 b bei:

Cum in prandio quinque haberet perdices, voluit, ut secundum scientiam divinam eas divideret. Tunc clericus: In divinitate trinitas est principium, et ideo vobis et dominae do unam et sic estis tres, duabus filiabus unam et sic sunt tres, duobus filiis unam et sic estis tres; mihi soli duas et sic sumus tres.

Vereinfacht ist dieses Beispiel in der türkischen Volkserzählung Vom Räuber und vom Richter, die wie Prelog bemerkt, der Steindruckausgabe von Nasreddins Schwänken als Saum für jede Seite beigeschrieben wurde (vgl. Chauvin, V, S. 187). Dort heißt es (Camerloher, S. 69 ff.):

Der Richter ..... hieß ihn auch die drei Hennen austeilen. Der Räuber schaute sich um, sah, daß die Kinder und die Diener weggegangen waren, gab eine Henne der Richterin und die zwei andern sich selbst.

Richter: »Was ist dies für eine Verteilung?«

Räuber: »Die Henne ist eins, und ihr beide dazu macht drei; ich bin eins, und die zwei Hennen dazu macht drei.«

Man sieht, daß die Schnurre Dschehas nur eine nicht unwitzige Steigerung dieser Geschichte darstellt. Vgl. auch unten Nr. 467.

400. Fourberies, Nr. 19; Pharaon, S. 185 ff.; Pann, S. 353 ff.

Fourberies, S. 74.