544.
Die Erzählung in der Anthropophyteia, II, S. 412 ff. ist äußerst obszön: Nasreddin rächt sich an einem Gläubiger, einem reichen Türken, der seine Tochter verführen will, indem er, als seine Tochter verkleidet, zuerst die drei Töchter und dann die Frau des Türken beschläft und schließlich noch ihn selber schändet. Der hier nur zum Schluß vorkommende Zug, daß die dankbaren Mädchen und ebenso ihre Mutter auf ihren Kuchenanteil zugunsten der falschen Zuleika verzichten, ist besser verarbeitet in Sercambis Novelle De Malvagio famulo, (ed. Renier, S. 335 ff.), zu der die 191. Facetie Poggios: Facetia cuiusdam qui subagitabat omnes de domo, samt den von Noël, II, S. 183 ff. beigebrachten Parallelen zu vergleichen ist.
545.
In Anton Panns rumänischer, Gedichtesammlung Nazdravaniile lui Nastratin Hogea, wird S. 331 erzählt, wie der Hodscha ob seiner Lustigkeit von einem Freunde gefragt wird, ob er denn seine Schulden bezahlt habe. Er antwortet verneinend; aber die Sorge überlasse er den Gläubigern.
Das ist eine Variante der oft bearbeiteten 204. Facetie Poggios: Exploratio ad hominem tristem ob pecuniam debitam, (dazu Noël, II, S. 193 ff.).
546.
Pann, S. 338 (Griechisch, Nr. 151): Als der Hodscha Nasreddin Knoblauch gegessen hat, weigert sich seine Frau, mit ihm zu schlafen, weil sie den Geruch nicht verträgt. Der Hodscha fragt einen Freund, wie er es anstellen müsse, um geruchlosen Knoblauch zu bekommen, und erhält den Rat, ihn (der Schale) entkleidet zu pflanzen. Der Knoblauch riecht aber wieder, und nun meint der Freund, der Hodscha müsse eben auch sich selber entkleiden. Der Erfolg bleibt wieder aus, und der Hodscha sagt zum Knoblauch: Dich habe ich ausgezogen, mich habe ich ausgezogen, aber dein Gestank ist geblieben.
547.
Sehr hübsch ist folgende Geschichte bei Pann, S. 340: Als der Hodscha einmal sein Hemd flickt, bildet der Zwirn zufällig einen Knoten, und er merkt, daß die Näharbeit dadurch leichter von statten geht. Voll Stolz erzählt er allen Leuten, was für eine Erfindung er gemacht hat, erntet aber nur Spott.
Vgl. Eulenspiegel, Hist. 50 (Neudruck, Halle, 1884, S. 78 ff.; Dr. Thomas Murners Ulenspiegel, hg. v. Lappenberg, Leipzig, 1854, S. 73 ff. und 257) und Aug. Wilh. Schlegels Poetische Werke, Heidelberg, 1811, II, S. 278 ff.: Parabel vom Eulenspiegel und den Schneidern ‚.