Ein Mann, der auf den Markt gekommen war, kam und sagte zu der Mutter Dschehas: »Altes Frauchen, verkaufe sie mir. Ich gebe dir um zehn Duro mehr als der Mann.«
»Gib das Geld her, bevor er kommt; er könnte mir sonst Vorwürfe machen, daß ich einem andern den Vorzug gegeben habe.«
Er gab der Alten das Geld, und die machte sich auf den Heimweg und Si Dscheha gesellte sich zu ihr; sie gingen, bis sie dorthin kamen, wo sie wohnten, und dort blieben sie.
Die Alte hatte aber dem Käufer der Haut gesagt: »Diese Haut ist gar kostbar; lege sie in die Sonne: sie wird trocknen, und du wirst sehn, was für einen Nutzen du finden wirst.«
Er breitete also die Haut an der Sonne aus. Zwei oder drei Tage darauf ging er nachsehn und fand sie vollständig ausgetrocknet. Er nahm sie zwischen die Hände und rieb sie; da zerfiel sie. Nun ging er die Frau suchen, die sie ihm verkauft hatte. Er traf die Mutter Dschehas und sagte zu ihr: »Altes Frauchen, bist du nicht die, die mir die Haut verkauft hat?«
»Sag so etwas nicht noch einmal,« sagte die Alte. »Ich, Häute verkaufen! ich bin die Mutter Si Dschehas.«
»Schon recht,« sagte der Mann; »sieh nur selber, wer mich betrogen haben kann, wenn du es nicht bist.«
»Mein Sohn,« erwiderte die Alte, »das habe ich nie getan.«
Der Mann ging heim, ohne sie erkannt zu haben. Die Ziegenhaut verblieb ihm und er warf sie den Hunden hin.
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