Ärgerlich kehrte der Bursche zu dem Freunde seines Vaters zurück und sagte zu ihm: »Mein Vater hat mich nicht zu dir geschickt, damit du mich zu den Kindern schickst, sondern er hat mich zu dir geschickt, damit du mir rätst.« Und er erzählte ihm, was ihm Nasreddin gesagt hatte.
»Nun, er hat dir gut geraten,« sagte darauf der Freund; »wenn du das Mädchen nimmst, wirst du ihr befehlen, und wenn du die Witwe nimmst, so wird sie dir befehlen. Und daß er dich mit der Peitsche über die Beine geschlagen hat, damit hat er sagen wollen: Vor einer Geschiedenen lauf wie vor dem Teufel!«
473.
DEr Hodscha wollte sich eines Tages rasieren lassen, kam aber an einen ungeschickten Barbier, der ihn bei jedem Striche mit dem Messer ein wenig verletzte. Nasreddin litt arge Qualen: die Tränen rannen ihm übers Gesicht und aus seinen Augen sprühten Funken. Unterdessen hörte man draußen einen Lärm, und Nasreddin fragte den Barbier, was das für ein Lärm sei.
Der Barbier schaute hinaus und sagte zu ihm: »In der Nähe ist ein Schmied und der beschlägt eben ein Pferd.«
»Ach,« antwortete Nasreddin, »ich dachte, es wird einer rasiert.«
474.
NAsreddin hatte auf dem Markte einige Sachen gekauft und nahm einen Träger, der sie ihm nach Hause tragen sollte. Unterwegs verlor er den Träger; er suchte ihn den ganzen Tag, konnte ihn aber nicht finden.
Als er nun nach zehn Tagen mit zwei Freunden über die Straße ging, kam ihnen der Träger entgegen. Kaum sah ihn Nasreddin, so lief er in eine Nebenstraße; seine Freunde liefen ihm nach und riefen ihm zu: »Warum läufst du? Hier kommt doch der Träger, dem du neulich deine Sachen übergeben hast; er muß ja vor dir laufen, und nicht du vor ihm.«
Nasreddin antwortete: »Ich laufe vor ihm weg, weil er von mir den Lohn verlangen kann, daß er meine Sachen zehn Tage lang herumgetragen hat, und das würde mehr ausmachen, als alles zusammen wert ist. Dann wäre ja die Suppe teuerer als die Schüssel.«