EInes Tages ging Nasreddin mit einer Flasche zum Bache, um Wasser zu holen; sie fiel ihm aus der Hand und sank unter. Da setzte er sich am Ufer nieder. Ein Freund von ihm kam vorbei und sagte: »Was sitzst du da, Dschoha?«

»Eine meinige Flasche ist ertrunken; ich warte, bis sie aufquillt und an die Oberfläche kommt.«

342.

EInes Tages brachte Nasreddin Korn in die Mühle; dort begann er dann das Korn aus den Körben der andern Leute zu nehmen und es in den seinigen zu tun. Endlich sagte der Müller zu ihm: »Was machst du da?« »Ich bin ein Narr.« »Warum nimmst du dann nicht das Korn aus deinem Korbe und tust es in die der andern?« »Ich bin ein einfacher Narr; täte ich das, was du sagst, wäre ich ein doppelter Narr.«

Der Müller begann zu lachen und ließ ihn laufen.

343.

DAs Maultier Nasreddin Dschohas nahm einmal einen andern Weg, als er gewollt hätte. Einer seiner Freunde, der ihm begegnete, fragte ihn: »Wohin, Dschoha?« »Wohin mein Maultier will.«

344.

DSchoha brachte eines Tages einen löcherigen Kessel auf den Markt, um ihn zu verkaufen; aber man sagte ihm: »Er hat ein Loch, er ist nichts wert.« Er antwortete: »Bei Gott, das ist nicht wahr, er hat kein Loch; meine Mutter hatte Baumwolle drinnen, und er hat nicht geronnen.«

345.