WACHTLER (mit steigender Erregung):

Aber dann kommt das Gesetz, Bursche, hörst du, das Gesetz! Und dann werdet ihr gestraft, nicht weil ihr dies oder jenes getan habt, das tun bessere Menschen auch, sondern weil ihr es verludert habt, das Gute und die Liebe in den Dingen zu suchen. Und du stehst vor einem unbegreifbaren Gericht, schweißig, naß wie ein Lamm, das von hinten gesogen hat! Ja — die Frucht wollt ihr nicht, aber die Wollust darf euch nicht genommen werden. Dafür schwebt stündlich das Beil des Henkers über euch. Und einmal fällt es ganz plötzlich! Ihr aber könnt nicht mehr den letzten Gang des Menschen zum Topfe machen. Ihr könnt euch nicht verstecken, wie die Tiere und Vögel es tun, wenn sie sterben. Ihr seid verurteilt, mit Kot in den Hosen vor sittsamer Leute Augen zu verrecken! Dann wird euch das Wort fehlen, das jener, den ihr dort mit Steinen totschlagt, gelehrt hat: Leide mit Liebe!! — Leide mit Liebe!!! — — — Ich bin ein Faun, ja — aber dann ist im Faun Liebe und natürliche Kraft!

SAAT
(steht vernichtet. Nach einer Weile):

Der — Leichnam ist noch immer nicht gefunden worden.

WACHTLER (unheimlich):

Nein — hier — ist er — Bube!

DER VATER
(tritt auf. Die Stirn ist hochgeschwollen, die Haut in der Mitte geplatzt. Das Gesicht ist mit geronnenem Blut bedeckt. Zwei irre Augen stieren umher).

SAAT
(steif wie eine Säule, streckt er beide Arme ganz steil aufwärts).

WACHTLER
(steht gespannt in schiefster Haltung):

Der Körper lebt. Nur der Geist ist tot.