Zu Margaretes Handschrift.
(Datum unbekannt, Untersuchungshaft.) Kein so starker Hafteinfluß. Die Schrift im ganzen enorm unterschieden von Ellis: groß, weit, schräg nach links gelegt, unregelmäßig über den Linksrand verfügend, meist ihn besetzend. Ein Temperament, leidenschaftliches, exaltiertes Wesen. – Starkes Selbstgefühl, Neigung sich in Szene zu setzen. Schlecht disponierend, unfähig zu überblicken und zu ordnen, unter der Vorherrschaft des Gefühls. Dabei nicht eigentlich Mitgefühl, Weiche (siehe die doppelten Winkel in den „n“ und „m“), eher Egoismus (Neigung zu rechtsläufigen Abbiegungen). Die Offenheit größer als Ellis, aber auch nicht erheblich. Wenig Energie und Zielsicherheit; leichtes Erlahmen und Wiederaufrichten (gewölbte Zeilenführung in Zeile 3). Größere innere Einheitlichkeit als Elli; die Worte fließend, gebunden; gegen Ellis Sprunghaftigkeit hier Zusammenhang, Kontinuität, ja Haftenbleiben. – Die große heftige Schrift mit ihrer selbstsicheren Art, daneben das leichte Erlahmen, die mangelhafte Fähigkeit zu berechnen, deutet auf Überkompensation, Dekorieren: sie gibt sich überkräftig, sicher, ist schwächlich. –
Ellis Handschrift beunruhigender, gefährlicher trotz ihrer sauberen bürgerlichen Haltung. Margarete gesellig und schwach trotz des brüsken impulsiven Auftretens. –
Ohlenroth’sche Buchdruckerei
Erfurt
RÄUMLICHE DARSTELLUNG
DER SEELENVERÄNDERUNG
Elli Links, Links und Margarete Bendes
vom November 1919 bis Mai 1922 in 17 Phasen
PHASE 1.
NOVEMBER 1919: ELLI BEGEGNET LINK.
ELLI
| 1. | Sexualität, fast völlig gebunden oder eingelagert in die Anhänglichkeit an die Eltern und die Familie. |
| 2. | Anhänglichkeit an Eltern und Familie. 1 und 2 sehr zentral und fest. |
| 3. | Harmloses liebenswürdiges Wesen, kindlich. |
| 4. | Aktivität, männlicher Freiheits- und Ungebundenheitssinn. 3 und 4 peripher. |