Sie sahen sich an, der Pfänner krächzte: „Wird es unserm klugen Freund genügen für seine Berechnungen, wenn wir bis mittag warten oder eine Stunde später? Unser Heimweg ist nicht sehr kurz, wirklich nicht, und wer weiß, was zu Hause angestellt wird.“

„Bis mittag.“

Sie trabten aus dem Zimmer. Ma-noh saß die lange Stunde allein vor dem leeren Buddhaaltare; zu denken vermochte er nicht.

Die Blendung verließ ihn nicht.

Das Schicksal bog sich unter ihm.

Keine Niedermetzelung mehr! Der Weg gesichert. Die stürmische Liebe zu den Brüdern und Schwestern, die blühende Hoffnung auf alle Herrlichkeit, das strahlende westliche Tor! Ihn packte das Glückgefühl so, daß er um Hilfe rufen wollte. Er lachte vor sich hin, leise, welche Aufgabe diesen fünf Boten gegeben war, diesen schamlosen kindischen, die ihr Leiden um Fressen und Saufen mit dem seiner Brüder und Schwestern verglichen. Aber sie sollten gesegnet sein! Wozu anders sollte man diese Bande von Salzsiedern, Lastenträgern verwenden, als zum Herumstellen, zu dienen als wandelnde Ziegelsteine, elastische Gräben, vortrefflich schließende Tore für die Gebrochene Melone!

Eine Stunde nach Mittag traten die fünf Leute in das Chan-pozimmer, wollten sich niederwerfen, rutschten zögernd auf die Kniepolster.

Ma-noh forschte den Salzpfänner noch einmal aus, wer sie geschickt hätte, wieviel Dörfer sie verträten.

Der antwortete mit der ungeduldigen Gegenfrage, was die Berechnungen ergeben hätten und wie es mit dem Rat stände. Da meinte Ma, indem er einem nach dem andern scharf ins Auge sah, daß er einen Rat nicht geben könne, aber sobald sie nach Hause aufbrechen würden, würde er sich mit ihnen auf den Weg machen und es kämen noch zwei, drei seiner Brüder und Schwestern mit. Er wolle an Ort und Stelle berechnen. Was nötig wäre und sich aus der Zeit, dem Übereinstimmen der Tiere und Metalle folgern ließe, würde sich dann ergeben.

Der Karrenführer staunte; er hielt dies für eine Entscheidung, die ganz außerordentlich den Kernpunkt der Sache träfe. Der gelehrte Salzsieder drehte den Kopf nach den Kameraden, als erwarte er eine Anerkennung, dann stand er auf, stellte sich neben Ma-noh und sagte leise zu ihm: „Ich will dir nämlich sagen, Ma aus Pu-to, daß der dumme Salzsieder, der neben dir steht, dasselbe vorhin auf dem Hof gedacht hat, wie du. Nur faßten die andern es natürlich nicht auf, sie lassen einen auch nicht zu Worte kommen. Ich habe es dann schließlich ganz für mich behalten. Man weiß ja allein, was man wert ist.“