Das Männlein steigt die Treppen zu seiner Wohnung hinauf, Albrechtstraße 15. Im Hausflur verstummen die Menschen wie mit einem Schlage, als sein Blick sie trifft. Dann hebt ein langes Geraune hinter seinem Rücken an und tönt noch, als die Glocke gezogen wird. Mit Lächeln geht das Männlein über die Schwelle. Das seltsame sieht dem schwermütigen dicken Geschöpf in die Augen, das in das Zimmer huscht, wo das Verhutzelte steht, den Kopf auf die linke Schulter gefallen, die Arme gegen die Brust gepreßt, und Liebe um den Mund und die wässrigen, verkniffenen Augen. Seine beiden Hände strecken sich nach ihr aus. Überströmt von Süße und Ernst sagt es mit weicher Stimme:
»Siehst du — siehst du; oh, ich wußte es, Elfriede. Nun bin ich wieder gekommen.«
Sie hält sich am Fensterbrett fest, sieht auf das Männlein, schreit auf: »Adolf!«
»Ja, Elfriede. Ich habe mich in allen Nöten für ihn bereit gehalten, ich habe so lange geharrt. So bitteres drum erduldet. Aber freut euch, die mit mir gewartet haben!«
»Bist du so gegangen, Adolf? Den ganzen Weg, sag, Adolf, bist du so gegangen? Du hast ja gar keine Jacke an und gar keine Stiefel und gar keinen Hut.«
Die Augen ihr gegenüber halten still; ein Gesicht erkaltet, eine Stimme antwortet ihr, die sich jäh zu Erz erhärtet hat:
»Du, ich sagte es schon, bist auch du von der Rotte Korah? Heb dich von mir, auf daß ich nicht unrein an dir werde.«
Das gelle unflätige Gelächter aus dem Hausflur und von der Treppe schallt ins Zimmer.
»Adolf, was ist geschehen? Wo hast du deine Sachen gelassen?«
Das Männlein sieht starr auf seine Füße, die Hände flackern auf der Brust, der Kopf fällt langsam nach vorn über.