Meggau, rosig angeglühte Backen, bat um Wein, wiederholte, daß Wallenstein sich in Ruhe mit ihm auseinandergesetzt hatte, so wie sie jetzt; daß er zahlreiche Pläne und Berechnungen vor sich gehabt hatte, daß er ihn durch seinen Kanzler Elz habe zu sich einladen lassen; näheres wolle der Fürst erst später von sich geben.

Die drei Herren in der Gaststube sahen sich an, suchten in ihren Augen:

„Woher hat er das Geld?“ In diesem Augenblick hatten sie alle drei Furcht und waren bereit, sich gegen Wallenstein zusammenzuschließen.

Bassewi sagte vorsichtig: „Eine Armee ist keine Kleinigkeit; mit einer Armee kann man viel Unglück anrichten. Wer Soldaten hat, hat die Macht.“ De Witte, mit den Fingern spielend, beruhigte sich: „Wallenstein ist treu gegen seine Geschäftsfreunde. Er ist der zuverlässigste, klügste Herr, der mit mir gearbeitet hat.“

„Ist er,“ lachte herausfordernd Michna; „aber er war auch einmal gegen Smirsitzky, sein Mündel, untreu.“

„Das alte Lied“, schüttelte de Witte den Kopf.

Michna bekam grelle Blicke, schrie: „Herr Graf Meggau, Ihr vertraut dem Obersten Wallenstein so blind. Hat er Euch verraten, woher er das Geld nehmen will, um den Kaiser zu bezahlen, um ein Heer auf den Fuß zu stellen. Rechnet Euch aus: was kostet eine Kompagnie, Anrittgeld, Laufgeld, Equipierung, Proviant, ein Regiment, Berittene, fünftausend Mann mit Bagage, Artillerie, Brückenzeug, zehntausend Mann, zwanzigtausend. Dann Werber, Werberlöhne, Beamte, Zahlmeister, woher nimmt er das Geld?“

„Ich hab’ ihn nicht gefragt,“ schluckte der Graf augenschließend an seinem Sektbecher, „dies alles ist eben seine Sache. Die Römische Majestät wird auch nicht danach fragen. Uns liegt daran, daß er sein Wort hält.“

Bassewi: „Hat er sein Wort gegeben?“

„Es schien mir so. Er sagte, es würde an ihm nicht liegen, wenn aus dem Plan nichts würde.“