Starr: „Sie wissen? Auch das?“
„Sie halten den Krieg für unvermeidlich.“
„Nein, nein. Sie lassen mich in Maximilians Gewalt. Sie helfen mir nicht. Ihnen liegt nichts daran, mich und das Haus zu retten. Es gibt nichts Unvermeidliches. Sie haben sich noch nicht von ihren Stühlen bewegt. Dighby ist hingefahren. Er tut etwas. Was tun sie? Sie nennen sich krank und sind es nicht. Sie verschwören sich gegen mich.“
Der alte Frey schüttelte den Kopf: „Die Herren tun nicht gut an Eurer Majestät.“
„O, du bist ja der einzige. Bist du der einzige, sag ihnen, steck ihnen zu, sieh zu, wie du’s kannst; was soll ich denn machen, mir ist der Mund geschlossen, ich kann nicht zu ihnen, du hast ja recht. Aber: es sei nichts geschehen damit, mit der Rebellion. Nichts. Sie sollten sich Dighby ansehen, er ist ein Fremder, ein Brite, und tut mehr für mich als sie.“
Ernst nahm Frey das hin.
Das Audienzgesuch der fünf Herren lag vor. In den Kaiser aber war der Zorn gedrungen, nicht über die Herren, sondern über die Knechtung, die diese Sache über seine Seele ausübte. Seine Augen Porzellanschälchen mit blaßblauen Rundungen bemalt, hell, fast weißlich. Wenn die kleinen Pupillen sich verengerten, gaben die Augen noch mehr Licht ab. In dunklen Gängen, auf Treppen nachts schwebten sie wie zwei Kelche nebeneinander.
Seine glashellen Augen belehrten den alten Frey rasch: der Kaiser heischte die Herren zu sprechen.
„Was begehrt ihr von mir?“ schrie er sie ohne Form an.
— Sie wollten als berufene Ratgeber der Krone ihre Stimme erheben.