Roden [kalt]. Ich zweifle nicht daran. [Leise zu Norry.] Nun hat die Pfeife einen anderen Ton.

Frau Pottenmiller [zu Norry]. So ein Mann – alle Zeitungen berichten von ihm –

Krickenfeld. Ein so berühmter Forscher! Wie oft habe ich ihm einen Apfel gegeben!

Zungrapp [zur Decke blickend]. Ein Talent! Ein Talent! meine Damen.

Ada [die als einzige nicht geweint hat und nur kalt umherblickt]. Ein Talent, zugegeben und wie alle solche auch überspannt. Meine Tante verstand nicht sein Temperament zu zügeln, niemand konnte auf ihn einwirken. Hier in Kringhausen bot sich ihm eine gesicherte Existenz, die Achtung seiner Mitbürger, – wenn er nur auf seine merkwürdigen Ideen verzichten gewollt, – geistige Anregung auf allen Gebieten – er aber –

Frau Knute [seufzt tief auf]. Meine Schwester war allzu schwach in ihrer Mutterliebe.

Frau Pottenmiller [seufzt auch]. Allzu nachsichtig gegen ihren Sohn.

Ada Brunnick [mit Befriedigung]. Ich habe es immer vorausgesehen, daß er ein abenteuerliches Ende finden werde, denn niemand bricht ungestraft die heiligsten Bande –

Roden [ärgerlich]. Aber man hat das Recht die Stricke zu durchschneiden, die einen Pegasus als Ackergaul festhalten oder einen Canova dazu verpflichten, als Topfmacher sein Brot zu verdienen. Nicht jeder, meine Gnädigste, ist von der Natur zum Kringhäusler geschaffen!

Norry [zu Knute und Pottenmiller]. Die ihm am nächsten gestanden, haben seinen Wert zuletzt erkannt!