Sollten beim Polieren auf der Platte graue Streifen entstanden sein, so putzt man mit etwas Globuspasta oder Holzkohle und Öl nach, indem man die Stelle mit einem um den Zeigefinger gespannten Lappen reibt und trocken nachwischt. Nach einer solchen Behandlung muß die Bildfläche mit Terpentin noch gründlich gereinigt werden.
Nach allen derartigen Prozeduren holen wir uns durch Abdrücke Auskunft über das Gelingen des Versuchten und bereichern unsre Erfahrungen durch den interessanten Vergleich der im Bilde deutlich wiedergegebenen Plattenzustände.
Denn alle diese Korrekturen sollen uns ja schließlich zu dem einen Ziele führen: unsre Erfahrung und Technik derart vervollkommnet zu haben, daß es uns möglich ist, eine Arbeit auf einen Wurf zu Ende zu führen.
7. Über Mißerfolge.
Was bisher erläutert wurde, kann als Schulgut der Technik gelten; ich fühle mich daher auch bestimmt, diesen Teil als abgeschlossenes Ganzes zu betrachten und mit dem nun folgenden Fehlerverzeichnis abzuschließen, da es ja einen Führer durch all’ die Fährlichkeiten bilden soll, welche dem Anfänger in den Weg treten. Zur leichten Orientierung finden wir in diesem Kapitel die Fehlresultate in chronologischer Reihenfolge behandelt, wie sie sich eben in den einzelnen Arbeitsphasen einstellen.
»Bildnisstudie«, Original-Radierung von Alois L. Seibold
Beim Grundieren.
1. Auf der Platte bilden sich schwarze Streifen, welche trotz wiederholter Behandlung mit der Walze nicht verschwinden wollen.
Ursache: Die ersten Striche des Ätzgrundes wurden auf zu heißer Platte aufgetragen, der Firnis ist an diesen Stellen verbrannt.