Der Anblick, den das Haus und dessen Umgebung gewährte, war der niederschlagendste von der Welt. Die Wilden hatten die Hütte nicht nur eingerissen, sondern auch einen Theil der Bretter verbrannt. Von den Geräthen, die mit so großem Fleiße und unter so anhaltender Anstrengung von ihnen verfertigt worden waren, fand man nur einige wenige unter den Trümmern vor, und auch diese waren zum Theil zerstört. Das Behältniß, worin man die Thiere aufbewahrt hatte, war erbrochen und diese selbst fort: ob die Wilden sie getödtet, ob ihnen die Freiheit gegeben hatten? wer vermochte das zu bestimmen?
Unsre Freunde waren so betrübt über den Anblick, der sich ihnen darbot, daß sie ganz verstummt waren und sich mit Augen ansahen, in denen Thränen perlten.
Ein schwerer Gang stand unserm William, der sich mehr als Kolbi für die Gartenanlage interessirte, noch bevor: er wagte es kaum, die Gartenmauer zu ersteigen; denn was konnte er erwarten, als auch in diesem die Gräuel der Verwüstung zu erblicken?
Endlich raffte er sich auf und erstieg die Mauer; als er oben auf derselben stand, verklärte ein Lächeln, das erste nach längerer Zeit, sein Antlitz und mit lauter, freudig bewegter Stimme rief er: »Kolbi! Kolbi!«
Dieser kam auf den Ruf seines Freundes eiligst herbeigerannt und fragte, was es gäbe?
»Freude! Freude!« rief ihm William entgegen. »Unser Garten ist unversehrt und die Melonen stehen in vollster Blüte.« –
Kolbi, der nicht wußte, welch' eine köstliche Frucht die Melone sei, bezeigte weniger Freude, als William erwartet hatte, und sagte sogar verdrießlich:
»Da sie uns alles Andere zerstört haben, hätten sie den Garten auch noch zerstören können!«
– »So denke und spreche ich nicht,« versetzte William etwas geärgert durch die Gleichgültigkeit seines Freundes; »ich danke vielmehr Gott, daß er uns diese Freude noch ließ.« –
– »Ich würde deinem Gott auch gedankt haben, obgleich ich ihn noch nicht recht kenne und mich fast so sehr vor ihm fürchte, wie vor dem bösen Geiste Potayan, wenn er uns die Hütte und alles Andere auch bewahrt hätte: da nun aber die Hütte in Trümmer liegt und unsere Gefäße zerschlagen sind, hätte er die Blumen immerhin auch mit zerstören lassen können; denn Blumen, und viel schönere als diese, blühen ja überall.«