CANDAULES: Laß, Sebas! Gieb Dich lieber mit den Feigen ab. (Er wirft ihm eine zu.) Phedros! Du trinkst nicht? Reich' mir Deinen Becher, komm! Ich habe mir vorgenommen, Euch Alle auf die Probe zu stellen.
NICOMEDES: Uns auf die Probe, Candaules? – Und womit?
CANDAULES: Mit dem Rausch.
PHEDROS: Ich bin ein trauriger Trinker, und aller Rausch erschrickt mich. Erlaß es mir, Candaules.
CANDAULES: Was fürchtest Du, Phedros? Der Rausch zeigt nichts sonst, als was wir in uns tragen. Was fürchtest Du ihn, der Du nur Edles in Dir hast? Die Trunkenheit entstellt nicht, übertreibt nur, nein, sie zeigt von jedem, was er sonst aus falscher Scham verborgen hält: Dir Phedros Deine Klugheit; dem Pharnaces und Syphax ihren Witz, dem Archelaos – nichts, dem Sebas die Feigen, mit denen er sich vollstopft.
PHEDROS: Der König fängt an, viel zu sprechen.
CANDAULES (zu den Dienern): Zerlegt den Fisch!
NICOMEDES: Wenn er nur braun genug ist.
CANDAULES: Ich wette, er war dort im Meer daheim, wo sich die Sommersonne zur Ruhe legt. Seht …
DER KOCH (zeigt den Fisch).