NYSSIA: Und meine Liebe hungert, da Ihr fern seid, und ich leide, nicht mehr mit Euch allein zu sein. Ihr habt mich so an's Glück verwöhnt, Geliebter, so viel Ihr für mich tatet.
CANDAULES: Meine Nyssia, für Dich zu viel? Mehr jeden Tag und jeden Tag verliebter. Manchmal erschreck' ich, daß ich so wenig Deiner Lust zu finden weiß. Ach Alles, was Verliebtes diese Erde schuf, ich wollt', es sei von mir erschaffen. Doch – was tun?…
NYSSIA: Mich lieben.
CANDAULES: Ich bete zu Dir, Nyssia. Komm – es wird kühl hier. (Er nimmt, nachdem er einen schweren Vorhang vor die Terrasse so gezogen, daß nur ein schmaler Streifen Licht von draußen hereinfällt, Nyssia den Königsmantel von den Schultern.)
NYSSIA (wie sich hingebend): Lösch' dieses Licht.
CANDAULES (hält die Bewegung auf, die sie gegen die eine Fackel hin macht): Laß – ich will Dich sehen.
NYSSIA: Eure Blicke wollen mich glauben machen, daß Ihr an mir nur meine Schönheit liebt. (Sie lacht und will selbst die Fackel löschen.)
CANDAULES (heftiger): Laß! Laß! sag' ich Dir.
NYSSIA (wie in einem Spiel): Dann will ich ein Versprechen, Candaules – –
CANDAULES (wie eingehend auf das Spiel): Ich verspreche –