NYSSIA: Der Unglückselige. – Was er getan hat, das war furchtbar. – Er tut mir leid, trotzdem … O, wie kann dies eine Frau …? Er hat ganz Recht getan, als er das Messer in sie stieß … Zwei Männern zu gehören – o, das ist furchtbar.

CANDAULES: So sprich doch leiser, Nyssia!

NYSSIA: Weshalb denn leiser?

CANDAULES: Die Worte tun mir weh.

NYSSIA: Verzeih! Ich will auch schon gar nicht mehr daran denken. Vergessen wir, daß man je untreu sein könnte … Candaules … mein Geliebter …

CANDAULES: Nyssia, Geliebte …

NYSSIA (vollendet ihre Nachttoilette): Ich kann die Öse da nicht lösen – mach sie auf! (Fernes Singen wird hörbar.) Hörst Du das Singen?

CANDAULES: Die Gäste sind's die mich erwarten. Sie finden die Nacht weit vorgeschritten und ich versprach, sie heute noch zu sehen.

NYSSIA: Wenn Du sie heute ließest, sag?

CANDAULES (der fort will): Bloß einen Augenblick – geh' nun zu Bett, Nyssia – gleich bin ich wieder bei Dir … schlaf … wie bist Du herrlich, Nyssia!