GYGES (bestürzt): Wie? Ohne mich zu zeigen?
NYSSIA: Für mich hast Du Dich gut verborgen!
GYGES: Er hat mir den Ring gegeben –
NYSSIA (verzweifelt vor diesem Widerstand): Es muß doch Einer von Euch Beiden eifersüchtig sein! (Sie stürzt Gyges um den Hals und küßt ihn in wilder Wut.) Oh! Du wirst ihn erschlagen, Gyges, nicht wahr? Du wirst ihn erschlagen! – Den Ring! Nimm doch den Ring. (Sie steckt ihm den Ring an den Finger.) Und da … den Dolch. Verbirg Dich! Der König!
CANDAULES (kommt im Gespräch mit Phedros).
NYSSIA und GYGES (ziehen sich nach rückwärts zurück).
Fünfte Szene.
CANDAULES (leise zu Phedros): Nein, Phedros, wenn Du mich liebst, so bleibst Du noch zu diesem Mahl. Es ist das letzte, sag' ich Dir; das letzte … Sie werden mit dem Trinken noch nicht fertig sein, da sag ich: Nun laßt mich. Das Haus, die Feste sind nun für mich allein, für mich und Nyssia … Und Nyssia, Du weißt: nun halt' ich sie für mich und fern von Allen im Schatten wohlverschlossen, wie ein Parfüm, das allzu leicht verduftet … Genug davon. Du bleibst zum Fest?
PHEDROS: Ich bleibe.
CANDAULES: Laß mich nun.