Der Bucklige lachte laut auf:

— Ziegelei? warum nicht gar. Wer braucht denn Ziegel im Krieg? Ziegelei gibt’s längst nicht mehr, mein Lieber. Da werden jetzt Granathülsen fabriziert. Siehst du die Waggons dort drüben? Das ist alles voll mit Granathülsen. Jeden Samstag geht ein ganzer Zug von hier ab.

Interessiert hörte Bogdán zu. Das war was Neues. Eine Änderung auf dem Gut, von der er noch nichts wußte.

— Siehst du, das ist alles so hübsch eingeteilt, — erzählte der andere weiter, und lächelte spöttisch, — der eine geht hinaus und läßt sich den Schädel kaput schlagen, der andere bleibt schön daheim, fabriziert Granathülsen, und tapeziert sein Schloß mit Tausendkronenscheinen. Mir kann’s ja recht sein. —

— Sollen wir vielleicht mit Erbsen schießen, he, oder mit der Luft? Ohne Granaten kannst keinen Krieg führen. Die sind genau so nötig wie die Soldaten. —

— Stimmt! Und weil die reichen Herren die Wahl haben, so lassen sie dich deinen Kopf hinaustragen. Was kriegst denn für dein Aug? Hundert Kronen im Jahr? Oder gar hundertfünfzig? Und die andern, die von den Raben gefressen werden, haben nicht einmal so viel vom Krieg. Der gnädige Herr da droben verdient aber jeden Tag seine paar Tausender, und riskiert nicht einmal seinen kleinen Finger dabei. So wär ich auch gern Patriot. Kannst es mir glauben! Anfangs hieß es ja natürlich, er ginge ins Feld. Ist auch großartig abgefahren. Aber drei Wochen später war er schon wieder da, mit Monteuren und Maschinen, und jetzt hält er schöne Reden, drinnen im Komitatshaus, schickt die andern sterben und ist auch noch der Hahn im Korb bei ihren Frauen. Stopft sich die Taschen voll, und tätschelt alle Mädel ab in der Fabrik. Ist ja der einzige richtige Mann weit und breit.

Unwillig, mit gerunzelter Stirne ließ Bogdán die Rede über sich ergehen. Nur der letzte Satz machte ihn stutzig. Er horchte auf, wurde unruhig, und kämpfte eine Weile heldenhaft gegen die Frage, die ihm auf den Lippen brannte. Dann konnte er endlich doch nicht mehr an sich halten und platzte heraus:

— Ist — — die Marcsa auch oben in der Fabrik?

In den Augen des Buckligen blitzte es auf:

— Die schöne Marcsa! Das glaub’ ich! Vorarbeiterin ist sie geworden. Man sagt zwar, daß sie noch nie eine Hülse in der Hand gehabt hat, — dafür haben aber die Hände des gnädigen Herrn — — —