Unsere Aufgabe ist inzwischen bedeutend gewachsen. Galt es früher, vor allem den billigen Schund zu verdrängen und auf gute Bücher hinzuweisen, so muß heute die Deutsche Jugendbücherei für das gute Buch selbst Ersatz schaffen, denn dieses verschwindet mehr und mehr vom Weihnachtstisch und aus dem Bücherschrank des Hauses und der Schulen, weil sein Preis vielen unerschwinglich scheint. Um diese Aufgabe zu erfüllen, muß unser Arbeitsfeld erweitert werden. Man verlangt von der Deutschen Jugendbücherei jetzt auch Kinderbücher, Mädchenbücher, Spiel-, Lieder-, Wander- und Bastelbücher, Schriften zur Erdkunde, zur Geschichte, zur Heimat- und zur Sachkunde neben den besten alten und neuen Erzählungen. Sie soll auch den Bedürfnissen der Schule Rechnung tragen. Wir kommen diesen Wünschen mit Freuden nach, aber wir brauchen reichliche Mitarbeit unserer Freunde.
Wir müssen wissen, was der Jugend gefällt. Den brauchbarsten Rat habe ich immer von der Jugend selbst bekommen. Sie und ihre Erzieher und Helfer bitten wir um Vorschläge und Anregungen. Sie können auch am wirksamsten zur Verbreitung beitragen. Die beste Empfehlung ist immer die von Mund zu Mund. Je mehr Hefte verbreitet werden, um so tatkräftiger können wir der drohenden geistigen Verödung im Jugendleben steuern.
Rebdorf, Post Eichstätt (Bayern).
Leo von Egloffstein.
Vollständige Jugendbücherei-Verzeichnisse der bis jetzt erschienenen Hefte befinden sich auf der 4. Umschlagseite.
Die Hendel-Bücher.
Gern gebe ich mein Urteil ab über Hendels Bibliothek der Gesamtliteratur, der ich als Volksbücherwart immer den Vorzug gab und deren Hefte ich im Krieg mit Vorliebe in die Satteltasche steckte.
Sie ist von den großen wohlfeilen Büchersammlungen in Druck und Ausstattung die beste. Sie steht ihnen an Reichhaltigkeit nicht nach, bringt gute Volksbücher in Fülle, an Klassikern und Perlen des deutschen Schrifttums alles, was man gerne mit sich führt. Hat ganz wenig Nieten, die einem überholten Zeitgeschmack entsprachen, auch sie will der neue Verleger ohne Schonung verschwinden lassen, sie birgt aber auch sehr viel, was wir in andern Büchereien vermissen. Es sei nur daran erinnert, was sie von Björnson, Bulwer, Byron, Carlyle, Darwin, Emerson, Kingsley, Richard Rothe, Schleiermacher enthält.
Mit ihr allein kann man große Volksbüchereien füllen, sie ermöglicht auch in der teuersten Zeit den Erwerb einer guten Eigenbücherei, sie ist für die heranreifende Jugend als Nachfolgerin der deutschen Jugendbücherei wie geschaffen.