»Was für ein Zeug?«
»Das weiß ich nicht, Herr ... es war schon drin bei mein' Vater selig.«
Darauf erhob sich Stephan und schaute in die Truhe. Am Boden derselben lagen ein paar weiße, vergilbte Fetzen Papier. Er nahm sie heraus und sah, daß sie beschrieben waren. Als er sie aber umdrehen und lesen wollte, bröckelten sie unter seinen Fingern. Behutsam legte er sie auf den Tisch, und nun sah er, daß es Gedichte waren. Der Schreiber mußte sich endlose Mühe genommen haben, denn die Titel und die einzelnen Strophen waren mit kunstvollen Schnörkeln verziert. Die Schrift selbst aber war einfach, kindlich und ohne Mühe lesbar:
Und unter jedem Gedicht stand »Adalbert«.
Als Stephan alles noch einmal gelesen hatte, deckte er die weißen Fetzen mit den Händen zu und blickte auf den Alten, der beim Herd stand und sein Mus kochte.
»Michl!«
»Ja, Herr.«
»Kannst du lesen?«
Er machte das Zeichen des Kreuzes gegen diese sündhafte Zumutung.