Er atmete wieder, wie er es im Anfang getan hatte, und blickte geradeaus.
»Ich bin einer, ein grausamer, herzloser Wolf, einer, der ein Lamm unbarmherzig verschlingen würde, wenn es ihm ohne Hund und Hirte in den Weg käme.«
Ich sah in sein Gesicht, das mir auf einmal hager und verlebt erschien, und da wurde ich still und traurig. Das, was er da eben gesagt hatte, klang nicht nach Heimat und Glück. Wie ein Abgrund tat es sich plötzlich vor mir auf, und das helle Jauchzen, das wie eine Verheißung noch kurz vorher durch jede Falte meiner Seele stürmte, verstummte mit schrillem Klang. Doch schon im nächsten Augenblicke erhob es sich wieder. Erst ein feines Zittern, dann ein leises Trillern, dem ich nicht wehren konnte und auch nicht wehren wollte. Etwas in mir weinte, aber das, was gejubelt hatte, jubelte noch. –
»Haben Sie meinen Brief erhalten?« frug ich ihn nach einer langen Pause.
»Ja, und ich danke Ihnen dafür.«
»Darf ich Ihnen wieder schreiben und meine Gedichte mitsenden?«
Er blickte lange ins Weite und zögerte mit der Antwort.
»Darf ich?« frug ich noch einmal.
»Ja!« Er sagte es kurz und zögernd, als ob er fürchte, es zu bereuen.
»Und Sie werden mir zurückschreiben?«