Ein wesentlicher Mensch ist wie die Ewigkeit,
Die unverändert bleibt von aller Äußerheit.

Mensch, gibst du Gott dein Herz, er gibt dir seines wieder:
Ach, welch ein werter Tausch! du steigest auf, er nieder.

Mensch, werde wesentlich: denn wann die Welt vergeht,
So fällt der Zufall weg, das Wesen, das besteht.

Mensch, solltest du in dir das Ungeziefer schauen,
Es würde dir für dir als für dem Teufel grauen.

Das Brot ernährt dich nicht: was dich im Brote speist,
Ist Gottes ewigs Wort, ist Leben und ist Geist.

Schaut doch das Wunder an! Gott macht sich so gemein,
Daß er auch selber will der Lämmer Weide sein.

Je mehr du dich aus dir kannst austun und entgießen:
Je mehr muß Gott in dich mit seiner Gottheit fließen.

Mensch, wo du noch was bist, was weißt, was liebst und haßt,
So bist du, glaube mir, nicht ledig deiner Last.

Wo dich noch dies und das bekümmert und bewegt,
So bist du noch nicht ganz mit Gott ins Grab gelegt.