Nun saßen sie auf dem roten Samtsofa, das mit Häkeldeckchen belegt war, als ob es in der guten Stube stünde.

Olga hatte eine – wie sie sagte – „prähistorische“ Nummer der „Meggendorfer“ entdeckt und belustigte sich königlich an den harmlosen Witzen.

Eine dicke behagliche Frau mit glatten grauen Scheiteln und einer gutgestärkten weißen Schürze, die noch vom Wäscheschrank her die scharfen Kniffe zeigte, brachte ihnen dampfenden Kaffee in einer braunen Bunzlauer Kanne und duftenden frisch gebackenen Kuchen.

Dann, als die frühe Dämmerung fiel, steckte sie eine Gasflamme an.

Da die Lampe zu hoch war und sie sich einen Stuhl herbeiholte, sprang Olga auf, um ihr zu helfen.

Sie kamen in ein Gespräch, und die freundliche Frau blieb an ihrem Tisch stehen, um ein wenig zu schwatzen.

Olga lobte den Kuchen, sprach vom Wetter, von der Stadt – dann rückte sie einen Stuhl.

„Aber Frau Brausewetter, setzen Sie sich doch ein bissel zu uns, wenn’s Ihre Zeit erlaubt. – Sie wissen so gut Bescheid hier, ich hätt’ mich gern noch nach Verschiedenem erkundigt.“

Mette folgte mit stummer Verwunderung der Unterhaltung, die sich entspann.

Olga erkundigte sich angelegentlich nach dem Papiergeschäft an der anderen Seite des Marktes. Eine Tafel zeigte an, daß das Grundstück samt gutgehendem Geschäft zu verkaufen sei. Sie hatten es schon in der Zeitung inseriert gelesen ...