Die Sonne sank tiefer und tiefer.
Schon nahte sie sich dem Wasserspiegel. Er sah still in ihr goldenes Licht und über die beschienenen Fluten hin.
Da fühlte er, wie sich das Händchen da in seiner Hand so krampfhaft festhielt und als er in Ellens Gesicht sah, da war es angstvoll und die Augen sahen ihn hilfeflehend an.
Er sah, es ging ihr um die Sonne. Sie hatte sie noch nie ins Wasser tauchen gesehen.
Aber er wollte ihr nichts sagen; er war ein Pädagog; sie sollte es nur erleben. Er hielt aber doch das Händchen ein wenig fester als zuvor, zum Zeichen, daß er im Notfall auch noch da sei. Und sie sank und sank; da war sie nun am Wasser, und leise, leise glitt sie hinab.
Da brach Ellen das zitternde Schweigen.
»O, sie fällt ins Wasser, sie fällt ins Wasser,« rief sie in so jammervollem Tone, daß ein Stein hätte trösten müssen.
Er war aber härter als ein Stein und schwieg.
Da wurde es dunkler und dunkler; nur noch ein goldenes Auge sah über die Fluten hin, dann erlosch auch dieses, da eilten die purpurnen Wellen so verlassen und klagend zum Ufer hin. »O, jetzt haben wir keine Sonne mehr,« klagte sie.
»O, jetzt ist sie hinuntergefallen, jetzt haben wir keine Sonne mehr,« jammerte Ellen.