Sie waren unter der Buche angelangt. »Ich sehe nichts«, sagte Herr von S. — »Hierher müssen Sie treten, hierher, an diese Stelle.« — Wirklich, dem war so: der Gutsherr erkannte seine eigenen abgetragenen Schuhe. —
»Gott, es ist Johannes! — Setzt die Leiter an! — so — nun herunter! — sacht, sacht! laßt ihn nicht fallen! — Lieber Himmel, die Würmer sind schon daran! Macht dennoch die Schlinge auf und die Halsbinde.« — Eine breite Narbe ward sichtbar; der Gutsherr fuhr zurück. —
»Mein Gott!« sagte er; er beugte sich wieder über die Leiche, betrachtete die Narbe mit großer Aufmerksamkeit und schwieg eine Weile in tiefer Erschütterung.
Dann wandte er sich zu den Förstern: »Es ist nicht recht, daß der Unschuldige für den Schuldigen leide; sagt es nur allen Leuten: der da« — er deutete auf den Toten — »war Friedrich Mergel.« —
Die Leiche ward auf dem Schindanger verscharrt.
Dies hat sich nach allen Hauptumständen wirklich so begeben im September des Jahrs 1789. —
Die hebräische Schrift an dem Baume heißt:
»Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast.«