Man brauchte aber nur einen Blick auf die Instrumente zu werfen, um zu sehen, daß sich die riesige Seidenkugel mit größter Geschwindigkeit fortbewegte.

„Das wird eine prächtige Fahrt,“ rief der jüngere der Herren begeistert. „Wenn es so weiter geht, passieren wir in fabelhaft kurzer Zeit die deutsche Grenze, wir müssen tief im Innern Rußlands landen, wir müssen diesmal eine Fahrt unternehmen, wie sie noch nicht dagewesen ist, eine Dauerfahrt, die uns den Weltrekord sichert.“

Weiter schwebte der gewaltige Ballon, manchmal boten die Wolken eine größere Fernsicht, dann aber schlossen sie sich wieder zusammen, so daß es den Luftschiffern zu Mute war, als ob der Ballon mitten durch einen milchweißen See dahinschwebte.

Plötzlich wendete sich der ältere der Herren, der eben die Barometer beobachtet, jählings um und starrte in die jetzt wieder dichter werdenden, weißen, wallenden Nebelmassen.

„Sehen Sie, dort, dort,“ rief er seinem militärischen Gefährten zu. „Jetzt ist es wieder verschwunden — aber da kommt es wieder! Sehen Sie dort zwischen den Wolken nicht den dunklen Körper?“

„Das ist einer der anderen Ballons, welche die Dauerfahrt unternahmen,“ antwortete der jüngere Herr überrascht. „Wahrhaftig, ich hätte nicht geglaubt, daß wir bei unserer fabelhaft schnellen Fahrt überholt werden könnten.“

„Aber sehen Sie doch nur hin,“ begann der ältere von neuem. „Das ist kein Ballon, es ist etwas anderes, die Wolken lassen es ja verzerrt erscheinen, aber ich setze meinen Kopf zum Pfande, daß es kein Fahrzeug ist, wie das unsere, da — jetzt kommt es näher, da sehen Sie nur! —“

Der Sprecher brach rasch ab, aber jetzt war auch sein jüngerer Gefährte aufgesprungen, und beide bohrten ihre Blicke in die Dunstmassen, als welche die Wolken in dieser Höhe erschienen.

Ja, da kam es heran, etwas Seltsames, offenbar Langgestrecktes. Es ließ sich noch nicht deutlich erkennen, aber es war zweifellos, daß es sich auf den Ballon zubewegte.

„Die fahren direkt gegen den Wind,“ schrie jetzt der jüngere der Herren. „Das geht ja nicht mit rechten Dingen zu! Das hat etwas besonderes zu bedeuten!“